Der Rundgang durch Burghausen beginnt bei der Burg (1) oberhalb der Salzach und des Wöhrsee gelegen. Nach Vorgängerbauten im 13. Jh. durch Herzog Heinrich XIII. neu errichtet, erlangte sie ihre heutige Gestalt bis etwa 1490 und ist mit ihren 1.051 m die weltlängste Burg.
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Im 6. (äußersten) Burghof mit seinen zahlreichen Türmen lädt das "Dr. Robert-Gerlich-Museum", Haus der Fotografie der Stadt Burghausen, in der ehem. Rentmeisterei (2) zum Besuch ein. Besonders sehenswert ist im 5. Burghof die spätgotische äußere Schlosskapelle, die sog. Hedwigskapelle (3) (1479/89).
Unheimlich muten Hexen- und Folterturm (4) im 4. Hof an, wo Verbrecher und vermeintliche Hexen auf qualvolle Verhöre, Urteil und Strafvollzug warteten. An Stelle des ehemaligen "Haberkastens" (5), einem Stall- und Futtervorratsgebäude, ist heute die Theaterakademie "Athanor" untergebracht.
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Im 3. Hof (6) befinden sich die "Schwurfinger" (Schwalbenschwanz-Zinnen), "Pfefferbüchsen" (drei kleine Geschütz- und Wächtertürme) und das Zeughaus. Durch das 1494 erbaute Georgstor (7) mit bayer./polnischem Allianzwappen betritt man den 2. Burghof. Vom ehemaligen Brauhaus in der Nähe des Röhrenbrunnens steht noch ein Teil als Baustadel und beherbergt jetzt das Burgcafé.
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Die wuchtige Hauptburg (8), einst zweite Residenz der niederbayerischen Wittelsbacher, sicherer Frauensitz, Staatsgefängnis, Aufbewahrungsort der sagenumwobenen Schätze, beeindruckt im 1. Burghof mit Bauteilen bis aus dem 13.Jh. - Die Kemenate (eh. Frauengemächer) dient nun als Stadtmuseum, in der Dürnitz, einst heizbarer Aufenthaltsraum mit darunterliegendem "Zehrgaden" (Vorratsraum) und darüberliegendem Tanzsaal, finden häufig Veranstaltungen statt.
Die stimmungsvolle innere Burgkapelle St. Elisabeth ist die älteste gotische Kirche im südbayer. Raum. Im Palas, dem Fürstenbau an der Südspitze der Hauptburg, befanden sich die Wohnräume der herzoglichen Familie. Zuletzt residierte hier bis zu ihrem Tode 1502 Herzogin Hedwig, polnische Königstochter und Braut der berühmten Landshuter Fürstenhochzeit von 1475, als Gemahlin Herzog Georgs des Reichen. Heute werden die Räume von den Staatlichen Sammlungen museal genützt.

Vom 2. Burghof geht es den Burgsteig (9) hinunter zum historischen Stadtplatz und zunächst nördlich zur Studienkirche St. Joseph (10) (1630/31), ehemalige Jesuitenkirche mit prachtvoller Fassade im frühbarocken Stil.
Spätrenaissance und Frühbarock prägen das Kurfürst-Maximilian-Gymnasium (11) (1662 - 1664), dessen Schmuckstück die wunderschöne Aula mit ihren Deckenfresken und zarter Rokokostuckierung (1700 - 1736) bildet.
Nach Süden führt der Weg weiter zum Tauffkirchen-Palais (12), mit reicher Rokoko-Ornamentik, seit 1736 Sitz des Vizedoms, Absteige Napoleons während seines mehrtägigen Aufenthalts (1809), Ende des 19. Jh. Königliches Rentamt und heute Sitz des Amtsgerichts.
Einen besonderen Akzent setzt der Marienbrunnen (13) (1440) mit seiner markanten Säule (17. Jahrhundert). Die Schutzengelkirche und das Institut der Englischen Fräulein (14) spiegeln innen wie außen den Spätbarock ihrer Erbauungszeit (1731/1746) wider.

Jenseits der Bruckgasse (15), (Grenzübergang nach Österreich seit 1779), dominiert das ehemalige Regierungsgebäude (16) (Mitte 16. Jh., Regierungssitz 1505 - 1802) mit drei dekorativen Renaissancetürmchen und kurbayerischem Wappen (das heutige Stadtsaalgebäude).
Gegenüber am Stadtplatz 40 befindet sich in dem Haus mit der schönen Rokokofassade seit 1596 die Stadtapotheke (17), eine der ältesten Apotheken Bayerns. Klassizistisch mutet die Fassade des aus dem 14./15. Jh. stammenden Rathauses (18) an, in dessen Inneren sich beeindruckende Gotik verbirgt.
Das Wappentier des ehemaligen Bayernherzogs Heinrich schmückt den Löwenbrunnen (19) (17. Jh., Brunnenschale von 1975/76).
Die Pfarrkirche St. Jakob (20), 1140 geweiht, nach Stadtbrand 1353 erneuert, mit neugotischer Innenausstattung, besitzt zahlreiche kunstvolle Grabsteine.

In der historischen Handwerkermeile, der heutigen Fußgängerzone "In den Grüben" (21) liegt die "Street of Fame" mit bronzenen Ehrenplatten der Weltstars des Jazz, die bei der jährlich stattfindenden Internationalen Jazzwoche schon hier aufgetreten sind.
Im Amtshaus der Mautner, im sog. Mautnerschloss (22), wohnte 1877-1879 der Schriftsteller Ludwig Thoma als Schüler. Schließlich geht es über den ehemaligen Abschluss der inneren Stadtbefestigung, dem "Platzl" (23), zur Heilig-Geist-Spitalkirche (24) (um 1325 geweiht), die 1512 nach einem Brand erneuert und 1777 barockisiert wurde. Bezaubernd ist ihre Innenausstattung (17. Jh.), beeindruckend sind die gotischen Marmorepitaphe (1505-1530).
Folgt man weiter der Mautnerstrasse und biegt dann rechts in die Wöhrgasse ab, gelangt man durch das einzige erhaltene Stadttor zum Wöhrsee (25), einem alten Flußbett der Salzach. Der Wöhrsee zieht sich entlang des Burgberges und lädt als Naherholungsgebiet sowohl zum Spazieren gehen als auch im Sommer zum Baden ein.
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